Patentreffen der Trachtenvereine Gersthofen und Lechhausen am Europaweiher
Gersthofen/Lechhausen. Freundschaft will gepflegt werden – und manchmal braucht sie dafür nicht mehr als einen gemeinsamen Tisch, eine gute Brotzeit und Zeit füreinander. Beim diesjährigen Patentreffen der Trachtenvereine aus Gersthofen und Lechhausen kamen am Sonntag, 13. September, zahlreiche Trachtlerinnen und Trachtler am Europaweiher zusammen. Bei schönem Wetter wurde gegessen, geratscht und vor allem die langjährige Verbundenheit der beiden Vereine gepflegt.
Die Patenschaft zwischen den Trachtenvereinen besteht bereits seit 1929. Was damals begann, ist längst zu einer festen Freundschaft geworden. Gemeinsame Auftritte, Proben, Veranstaltungen und viele persönliche Begegnungen haben über die Jahrzehnte eine Verbindung entstehen lassen, die weit über den eigentlichen Vereinszweck hinausgeht.
Ein sichtbares Zeichen dieser Freundschaft wurde im vergangenen Jahr gesetzt. Beim Patentreffen am 2. August 2025 pflanzten die Gersthofer Trachtler anstelle eines klassischen Gastgeschenks – wie etwa eines Brotzeitkorbs oder Getränken – eine Linde als „Baum der Freundschaft“.
„Wir wollten ein Geschenk schaffen, das bleibt – etwas, das unsere enge Freundschaft sichtbar macht und gleichzeitig in die Zukunft wächst“, erklärte die 1. Vorsitzende Christine Pfiffner damals.
Die Wahl der Linde war dabei keineswegs zufällig. Seit jeher gilt sie als Baum der Freundschaft, der Familie und der Gemeinschaft. Früher war die Dorflinde vielerorts Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Unter ihrem Blätterdach wurde musiziert, getanzt, gefeiert und geratscht. Genau diese Tradition des Zusammenkommens lebt auch heute in den beiden Trachtenvereinen weiter.
Beim diesjährigen Treffen am Europaweiher stand deshalb nicht nur die Vergangenheit im Mittelpunkt. Der Blick ging auch nach vorne. „So wie ein Baum mit den Jahren wächst und seine Wurzeln immer tiefer in die Erde streckt, ist auch die Verbindung zwischen Gersthofen und Lechhausen über die Jahre gewachsen“, wurde beim Treffen an die Bedeutung der gemeinsamen Linde erinnert.
Und diese Verbindung soll weiter wachsen. Vielleicht werden in einigen Jahrzehnten wieder Trachtlerinnen und Trachtler beider Vereine an derselben Stelle stehen und sich an die Begegnungen ihrer Vorgänger erinnern.
Bei einer ordentlichen Brotzeit (an dieser Stelle in großer Dank an die Unterstützung und gute Brotzeit an Bäckerei Köbler aus Siegersthofen und Hofmetzgerei Altstetter aus dem Unterallgäu) blieb anschließend genügend Gelegenheit für Gespräche, Erinnerungen und die eine oder andere lustige Geschichte. Schließlich gehört auch das zu einer gewachsenen Vereinsfreundschaft: miteinander Zeit verbringen, lachen und die Gemeinschaft leben.
Die Linde am Europaweiher ist damit längst mehr als ein gepflanzter Baum. Sie steht symbolisch für eine Freundschaft, die vor fast einem Jahrhundert begonnen hat und auch in Zukunft weiterleben soll.
Ein herzliches Vergelt’s Gott an alle, die dieses schöne Patentreffen ermöglicht haben – und auf viele weitere gemeinsame Stunden unter der Linde!
